Create

Sodbrennen bekämpfen

Aus Hau-tu.de

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Einleitung

  • Jeder Zweite kennt Sodbrennen, den brennenden Schmerz in der Brust. Wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht optimal funktioniert, fließt saurer Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre zurück und reizt die dort ungeschützte Schleimhaut. Gelangt der Magensaft sogar in den Mund, spricht man von saurem Aufstoßen. Sodbrennen tritt meistens ca. zwei Stunden nach den Mahlzeiten oder beim Bücken und Liegen auf.
  • Sodbrennen selbst ist keine Krankheit, sondern eine Beschwerde, die mit unterschiedlichen Krankheiten zusammenhängen kann. Gelegentliches Sodbrennen ist unbedenklich. Tritt es jedoch mehrmals pro Woche auf, verätzt die Magensäure auf Dauer die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre. Die Folge ist eine Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis). Bei einer chronischen, also immer wiederkehrenden Speiseröhrenentzündung besteht die Gefahr, dass die betroffenen Schleimhautzellen entarten und sich ein Speiseröhrenkrebs entwickelt.


[bearbeiten] Anleitung


[bearbeiten] Ärztliche Behandlung

  • Gelegentliches Sodbrennen ist unbedenklich und kann mit Hausmitteln oder rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke behandelt werden. Werden Sie allerdings öfter als zweimal pro Woche geplagt oder wachen Sie nachts davon auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er entscheidet, ob eine gründlichere Untersuchung wie z.B. eine Magenspiegelung (Gastroskopie) erforderlich ist. Die Ursachen Ihrer Magenbeschwerden müssen Sie außerdem klären lassen bei
  • Starken Schmerzen
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme
  • Übelkeit, Erbrechen mit Blut
  • Blutigem oder schwarz verfärbtem Stuhl
  • Blässe und Müdigkeit als Zeichen von Eisenmangel durch Blutverlust

[bearbeiten] Medikamentöse Behandlung

Ziel der Behandlung ist, die Entzündungen oder Geschwüre ausheilen zu lassen. Dies gelingt, indem man die Wirkung der Magensäure abfängt. Hierfür gibt es unterschiedliche Methoden:

Die Säure hemmen:

  • Antazida neutralisieren die Magensäure. Sie sind rezeptfrei und gut für den vorübergehenden Einsatz und teilweise auch für Schwangere geeignet. Länger anhaltende Wirkung zeigen die Wirkstoffe Hydrotalcit und Magaldrat. Da Antazida die Säure direkt im Magen bindet, nimmt man die Medikamente dann ein, wenn Beschwerden auftreten, d.h. meistens zwei Stunden nach dem Essen und zur Nacht. Gele, Suspensionen oder Kautabletten zeigen in der Regel bessere Wirkungen als normale Dragees oder Tabletten. Nehmen Sie Antazida grundsätzlich mit ca. zwei Stunden Abstand zu anderen Arzneimitteln ein, weil sie deren Wirksamkeit verringern können.
  • H2-Antihistaminika besetzen die Angriffsstellen von Histamin, einem wichtigen Botenstoff für die Bildung und Freisetzung der Magensäure. Da die Bildung der Magensäure hauptsächlich nachts stattfindet, ist die Einnahme zur Nacht besonders wichtig. Manchmal muss man zusätzlich auch am Tag eine Dosis einnehmen. Für eine kurzzeitige Anwendung von maximal sechs Tagen sind manche H2-Rezeptorenblocker auch ohne Rezept erhältlich.
  • Protonenpumpenhemmer blockieren die Bildung eines Enzyms, das für das Einströmen der Magensäure in das Mageninnere verantwortlich ist. Da das Enzym vor allem morgens gebildet wird, werden Protonenpumpenhemmer am Morgen eingenommen. Sie werden bei starken Beschwerden eingesetzt und sind ausnahmslos verschreibungspflichtig.

Die Bewegung von Magen und Darm verbessern:Prokinetika regen die Bewegungen von Magen und Darm an und sorgen dafür, dass die Säure schneller aus dem Magen entfernt wird und die Funktion des Speiseröhrenschließmuskels verbessert wird. Sie werden eingesetzt bei Übelkeit und Erbrechen.

Helicobacter pylori ausrotten: Wird bei einem Geschwür oder einer Magenschleimhautentzündung der Keim Helicobacter pylori nachgewiesen, kann man ihn mit einer Eradikationstherapie auszurotten. Das ist eine siebentägige Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika. Es ist außerordentlich wichtig, dass diese vielen Tabletten konsequent eingenommen werden, weil der Keim sonst nicht ausgerottet würde und die Behandlung somit sinnlos wäre. Das Risiko, nach der Behandlung wieder an einem Magengeschwür zu erkranken, sinkt dadurch erheblich.

Blähungen beseitigen: Viele Magenbeschwerden werden von Völlegefühl und Blähungen begleitet. Sie können mit den handelsüblichen Medikamenten gut behandelt werden. Außerdem gibt es eine ganze Reihe Heilpflanzen, die zur Behandlung dieser Beschwerden geeignet sind. Sie werden als Tropfen eingenommen oder als Tee getrunken. Am bekanntesten sind Mischungen aus Fenchel, Anis und Kümmel.


[bearbeiten] Tipps

  • Wenn Sie zu Sodbrennen oder Magenbeschwerden neigen, sollten Sie folgende Dinge beherzigen:
  • Vermeiden Sie üppige und fettige Mahlzeiten. Essen Sie lieber mehrere kleine ballaststoffreiche Snacks.
  • Vermeiden Sie Stress und Aufregung.
  • Versuchen Sie, Ihren Kaffeekonsum zu verringern.
  • Vermeiden Sie zu viel Alkohol.
  • Versuchen Sie das Rauchen einzuschränken.

Speziell für Sodbrennen gelten diese Tipps:

  • Sodbrennen tritt besonders nachts auf, weil das Zurückfließen der Magensäure durch die waagrechte Lage des Oberkörpers beim Schlafen begünstigt wird. Wenn Sie nachts Probleme mit Sodbrennen haben, lagern Sie deshalb den Oberkörper hoch. Verstellen Sie den Lattenrost, benutzen Sie ein Extrakissen oder stellen Sie ein paar Bücher unter das Kopfende.
  • Vermeiden Sie üppige und fettige Mahlzeiten vor allem unmittelbar vor dem Schlafengehen.
  • Die Magensäure wird durch Nahrung gebunden. Daher machen sich Beschwerden oft zwischen den Mahlzeiten bemerkbar. Essen Sie dann eine Scheibe Brot oder trinken Sie ein Glas Milch.
  • Versuchen Sie, ein paar Kilo abzunehmen, wenn Sie übergewichtig sind.
Bewerte diese Anleitung

Bewertung: 4.0/5 (2 Stimmen)

Presse | Kontakt | Impressum | Anleitungen | Über Hau-tu |Hau-tu Blog

Copyright 2008, hau-tu.de. All Rights Reserved.