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Warze entfernen

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Einleitung

Warzen können sich also auch nach einigen Monaten ohne jede Behandlung von selbst zurückbilden, wenn es der Immunabwehr des Körpers gelingt, die verursachenden Viren abzutöten. Die Warzen trocknen dann aus, und die Hornbedeckung schleift sich ab. Nach Abheilung ist jedoch die Rezidivrate (Wiederkehrrate) von Warzen allgemein sehr hoch. Andererseits können sie aber auch von Anfang an jahrelang bestehen bleiben oder sich durch Selbstansteckung zusätzlich noch vermehren. In diesem Fall sind die Warzen dann meistens schwer zu behandeln.



[bearbeiten] Anleitung

Reichen die Warzen sehr tief in das Gewebe hinein (Dornwarzen), werden sie ggf. mit einer Art scharfem Löffel ausgeschabt. Bei dieser Behandlungsart besteht die Gefahr heftiger postoperativer (nach einer Operation) Schmerzen und einer je nach Größe und Tiefenausdehnung der entfernten Warze und je nach Heilvermögen des Gewebes unterschiedlich langen Heilungsdauer. Da außerdem das Risiko einer Narbenbildung besteht und Rückfälle immer möglich sind, versucht man heute zunächst eine weniger eingreifende (invasive) Behandlung.

  • Warzenentfernung durch Elektrokoagulation.

Eine solche Behandlung erfolgt entweder eigenständig oder direkt im Anschluß an eine Chirurgische Entfernung. Nach lokaler Betäubung wird die Haut bis zur Basalschicht der Epidermis konzentrisch verschmort. Dadurch werden alle infizierten Zellen abgetötet und Rezidiven zu 70% ausgeschlossen.

  • Warzenentfernung mit Laser.

Hierbei gibt es zwei Varianten: Mit einem CO2-Laser-"Skalpell" wird die Warze herausgeschnitten; der Laser ersetzt hierbei den oben erwähnten scharfen Löffel. Auch hier bestehen die Nachteile von heftigen Nachschmerzen und Narbenbildung. Eine neuere Methode koaguliert durch intensive Pulse aus einem Farbstofflaser die Blutgefäße der Warzenwucherung und trocknet diese nach und nach aus. Diese Methode ist langwierig und beträgt je nach Größe der Warze oder des Warzenbeetes drei bis fünfzehn oder mehr Sitzungen im Abstand von zwei Wochen. Außerdem ist diese Behandlung in der Regel unangenehm bis schmerzhaft, da die Laserpulse als Verbrennungsreiz wahrgenommen werden. Vorteil ist die nichteingreifende (nichtinvasive) Behandlungsart sowie eine, nach bisherigen Erfahrungen, sehr geringe Rückfallgefahr.

Blasen, welche sich gelegentlich nach der Vereisung bilden Blasen, welche sich gelegentlich nach der Vereisung bilden




[bearbeiten] Kryotherapie (Vereisung)

Bei der Kryotherapie wird mit einem in einen Applikator (ein Gegenstand, mit dem etwas aufgetragen oder ausgeführt wird) eingesprühten Kühlmittel (meistens aus einem Dimethylether-Propan-Gemisch oder aus flüssigem Stickstoff), welches sich innerhalb kürzester Zeit auf weniger als -50 °C abkühlt, versucht, die Warzen zu entfernen. Durch eine ein- bis mehrmalige, kurzzeitige Anwendung − je nach Durchmesser der Warze meist zwischen 15 bis 25 Sekunden – wird die oberste Hautschicht abgetötet und infolgedessen mit der Zeit abgestoßen, so dass die Warze nach und nach mit den nachwachsenden Hautschichten herauswächst und schließlich abfällt. Bei dieser Behandlung kann sich manchmal auch eine Blase bilden.


[bearbeiten] Kauterisation

Hier erfolgt eine Gewebezerstörung mittels elektrischem Strom oder verschiedensten Ätzmitteln wie Trichloressigsäure. Die mildeste Form ist hierbei eine mehrmals tägliche Anwendung eines Hautdesinfektionsmittels wie z.B. Sterillium. Stärker wirkende Mittel sind u.a. Salicylsäurelotionen. Hier wird eine Warze mit Salicylsäure oder auch durch Applikation eines getränkten Pflasters behandelt, was zu einer Aufweichung der äußersten Hautschicht führt, welche dann abgetragen wird, so dass die nächsttiefere Hautschicht behandelt werden kann. Es besteht hierbei die Gefahr, dass die Haut einreißt und eine Blutung entsteht, durch die eine Neuinfektion möglich ist. In schweren Fällen kommt Monochloressigsäure zur Anwendung. Ein weiteres Medikament zur Verätzung ist der Höllenstein-Stift, der auf anzufeuchtendem Silbernitrat basiert.


[bearbeiten] Zytostatika

Als Zytostatikum kommen Wirkstoffe wie 5-Fluoruracil oder Podophyllin bestrichen. Podophyllin ist ein hygroskopisches Pulver, welches aus der Wurzel des Maiapfels (Podophyllum Peltatum) gewonnen wird und das Lignan, Podophyllotoxin sowie weitere, z.T. zytostatische Stoffe enthält. Es wurde als Salbe, Lack oder alkoholische Tinktur angewendet. Wegen der undefinierten Mischung mit z.T. giftigen Beimengungen und der relativ schwachen Wirkung ist es heute weitgehend durch die Reinsubstanz Podophyllotoxin ersetzt und wird nur zur Bekämpfung von Genitalwarzen (Condylomata acuminata) angewendet.


[bearbeiten] Stimulation des Immunsystems

Alle bisher aufgezählten Behandlungsarten greifen aber nicht das Virus selbst an. Laut Öko-Test gibt es einen neuen Wirkstoff namens Imiquimod (Aldara-Creme), der das Immunsystem an der betroffenen Stelle stärkt, um die Viren zu vernichten. Er ist aber momentan in Deutschland rezeptpflichtig und nur gegen Feigwarzen im Genitalbereich zugelassen. Auch eine Therapie mit Cignolin Dithranol (z.B. Psoralon) erscheint sehr erfolgversprechend; hier wird die Induktion einer kleinen "Entzündung" ausgenutzt, um das Immunsystem zu stimulieren.

Im gleichen Sinne gelang in den letzten Jahren der Hautklinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Entwicklung einer sehr erfolgreichen Behandlung mit wassergefiltertem Infrarot-A-Licht (kurzwelliger Infrarotbereich zwischen 760 und 1400 nm, als Â»optisches Fenster« der Haut bezeichnet, der im Gegensatz zu den mittel- und langwelligen Infrarot-Anteilen eine Tiefenwirkung besitzt, ohne die Hautoberfläche thermisch zu belasten), deren Wirksamkeit durch eine kontrollierte klinische Anwendungsstudie nachgewiesen wurde. Diese neue Warzenbehandlung wird wIRA-Therapie genannt, bei der die Warzen zunächst mit hornhautlösenden Substanzen (Salizylpflaster) vorbereitet und dann mit wassergefiltertem Infrarotlicht bestrahlt werden. Dabei wird das Immunsystem auch in tieferen Hautschichten angeregt. Vorteil dieser Behandlung ist ihre Schmerzarmut und die Tatsache, dass keine Narben zurückbleiben. In Einzelfällen gibt es aber leider auch bei dieser Methode Therapieversager.

[bearbeiten] Hausmittel, Rituale

Gerade bei Warzen sind Hausmittel sehr beliebt. Bei manchen Warzen soll es helfen, wenn man die betreffende Stelle mit einer Scheibe von einer Knoblauchzehe (täglich wechseln) etwa eine Woche lang (je nach Größe der Warze) luftdicht (mit Wundschnellverband o.ä.) verbindet. Die Knoblauchscheibe sollte allerdings nur die Warze bedecken und mit möglichst wenig gesunder Haut in Berührung kommen. Vor allem frischer, saftiger Knoblauch kann bei längerem Kontakt mit gesunder Haut zu allmählichen Verätzungen führen. Das Auflösen der 'Warzenzellen' in heißem Wasser mit Spülmittel wird gelegentlich empfohlen; vermutlich kann hier die desinfizierende und aufweichende Wirkung des Spülmittels helfen. Die Behandlung mit Eigenurin führt angeblich bei manchen Menschen auch zum Erfolg. Im Sommer kann man die Warze auch mit dem Saft eines Löwenzahnstiels bestreichen. Eine weitere Methode ist es, die Warze über längere Zeit mit Kreide einzureiben, wobei das Kreidestück vorher auf keinen Fall feucht gewesen sein darf.

Manchen Menschen gelingt es, gewöhnliche Warzen durch Wegbeten, Besprechen oder andere Rituale zum Verschwinden zu bringen. Der Plazeboeffekt spielt hier wie bei der Behandlung mit Hausmitteln eine wesentliche Rolle.

In der alternativen Medizin und Pflanzenheilkunde werden u.a. folgende Behandlungsmethoden angeboten: Thujatinktur, der gelbe Milchsaft des giftigen Schöllkrauts, die gleichzeitige, mehrwöchige Einnahme von Thuja und Abrotanum (Eberraute; Akupunktur und Hypnose).

Nicht geglaubt, aber inzwischen dreimal bei verschiedenen Menschen erlebt: Fremder Speichel einmal auf die Warze, einziehen lassen, nach vier Wochen war sie weg.

Bei allen alternativmedizinischen Behandlungsmethoden zur Warzenentfernung sind über den Plazeboeffekt hinausgehende Wirkungsweisen nicht belegt oder es fehlen kontrollierte klinische Studien.

[bearbeiten] Weblinks

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